Zen-Buddhismus in China
Der
Zen-Buddhismus in China wird
Chan-Buddhismus () genannt. Die historischen Wurzeln dieser Lehre liegen im
Kaiserreich China; allerdings soll sie auf die indische „Blumendemonstration“ Buddhas in Indien zurückgehen, als dieser auf die Frage nach dem Kern seiner Lehre statt eine Erklärung zu geben nur still auf eine Blume deutete. Von China aus gelangte sie durch
Mönche in die Nachbarländer
Korea,
Vietnam und
Japan. Der heute für die Strömung insgesamt gebräuchliche japanische Name ''Zen'' ist die
japanische Lesung des chinesischen Wortes (''chán''). Dieses leitet sich seinerseits vom
Sanskritwort
''Dhyāna'' ab, das zunächst als ''Chan’na'' () ins Chinesische übertragen wurde und so viel wie „Zustand meditativer Versenkung“ bedeutet.
mini|Das chinesische Schriftzeichen für Buddha, „Fo“'
Auch wenn die Ursprünge des Buddhismus in
Indien liegen, ist der Chan-Buddhismus religionshistorisch als eine genuin chinesische Weiterentwicklung anzusehen, wobei insbesondere deutliche Einflüsse des
Daoismus auszumachen sind. In Indien selbst gab es keine reine „''Dhyāna''-Schule“. Für die von den frühen chinesischen Chan-Meistern behauptete Existenz von 28 indischen Linienhaltern fehlen historische Belege. Erste schriftliche Belege einer Chan-Schule () in China datieren vielmehr auf das 6. und 7. Jahrhundert. Eine eigenständige Identität entwickelte diese Schule vor allem während der
Tang-Dynastie. Den Höhepunkt ihres Einflusses erreichte sie in der
Song-Zeit, verlor dann jedoch während der
Ming- und
Qing-Perioden an Bedeutung. Allerdings ist der
Buddhismus in China bis heute stark vom Einfluss des Chan geprägt. Anders als in
Japan gibt es jedoch keine strikte Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schule, vielmehr wird in den meisten Tempeln eine Mischung aus Chan- und
Reines-Land-Buddhismus praktiziert.
Veröffentlicht in Wikipedia